Freitagnachmittag, kurz vor dem wohlverdienten Wochenende – doch für uns begann an diesem Tag ein besonders anspruchsvoller Einsatz. Wir wurden von einem verzweifeltem Sanitärmeister zu einem Neubau gerufen: ein Mehrfamilienhaus mit insgesamt 29 Wohneinheiten, verteilt auf fünf Etagen. Vier Wohnungen waren bereits von einem massiven Wasserschaden betroffen.
Die Ursache: ein unscheinbares Eckventil
Was zunächst harmlos klingt, hatte weitreichende Folgen: Bei der Kücheninstallation wurden einige Eckventile offengelassen. Als später das Wasser wieder angestellt wurde, konnte es ungehindert austreten – und das mit voller Kraft. Innerhalb kürzester Zeit stand die komplette 75 qm Wohnung unter Wasser. Und davon gleich mal 4.
Das tückische Problem: Wasser verschwindet, Schaden bleibt
Vor Ort zeigte sich zunächst ein irritierendes Bild: Kaum sichtbares Wasser. Nur einige beschädigte Parkettbohlen, aufgequollene Türzargen und ein leicht modriger Geruch deuteten darauf hin, dass hier etwas nicht stimmte.
Die eigentliche Gefahr lag jedoch verborgen.
Messungen ergaben schnell, dass sich große Mengen freien Wassers in der Estrich-Dämmschicht gesammelt hatten. Das Wasser war also nicht mehr oberflächlich sichtbar, sondern tief in die Konstruktion eingedrungen – ein klassischer, aber oft unterschätzter Schadensverlauf.
Trockenbau als Risikofaktor
Ein Großteil der Innenwände bestand aus Trockenbau mit Glaswolledämmung. Bei ersten Probeöffnungen bestätigte sich der Verdacht sofort:
Die Wände waren vollständig durchfeuchtet, die Glaswolle triefend nass.
Noch gravierender: Bereits bei den ersten geöffneten Bereichen zeigte sich massiver Schimmelbefall – gesundheitsschädlich und nicht mehr zu retten.
Die Konsequenz: Radikaler Rückbau
In solchen Fällen gibt es keine halben Maßnahmen. Um den Schaden nachhaltig zu beheben, mussten wir:
-
Trockenbauwände bis ca. 1 Meter Höhe vollständig zurückbauen und entsorgen
-
sämtliche durchnässte Dämmwolle entfernen
-
eine professionelle Dämmschichttrocknung installieren
-
den gesamten Estrich- und Bodenaufbau technisch austrocknen
Im weiteren Verlauf bedeutete das:
-
Rückbau der Fußböden
-
Austausch der Türzargen
-
vollständige Neuherstellung der betroffenen Innenwände
-
Verlegung neuer Böden und Türen
Das Ergebnis: Verzögerung, aber sichere Wohnqualität
Am Ende folgt der Wiederaufbau: Der Maler bringt die letzten Feinarbeiten, und die Wohnungen werden wieder bezugsfertig.
Für die zukünftigen Mieter bedeutet das zwar eine Verzögerung von ein bis zwei Monaten – aber auch die Sicherheit, in eine vollständig sanierte und vor allem gesunde Wohnung einzuziehen.
Fazit
Dieser Schaden zeigt eindrucksvoll, wie ein kleines Detail – ein offengelassenes Ventil – enorme Folgen haben kann. Besonders in Neubauten, wo Materialien wie Trockenbau und Dämmstoffe verbaut sind, breitet sich Wasser oft unbemerkt aus und verursacht Schäden, die erst spät sichtbar werden.
Eine schnelle Reaktion, professionelle Messtechnik und konsequentes Handeln sind entscheidend, um Folgeschäden und Gesundheitsrisiken zu vermeiden.
Wenn Sie Fragen zu Wasserschäden, Trocknung oder Sanierung haben, stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung.